MP4 ist nicht gleich MP4, AVI ist nicht gleich AVI

von vinett-video Mediaservice

Warum macht meine MP4-Datei Probleme?

Wenn eine MP4- oder andere Videodatei nicht korrekt vom PC wiedergegeben wird, muss diese nicht zwangsläufig defekt sein. Die viel häufigere Ursache ist eine fehlende Unterstützung des Videocontainers, Video- oder Audiocodecs durch den Videoplayer.

In der Regel gibt die Dateiendung Aufschluss über den verwendeten Videocontainer (z. B. .mp4), nicht aber über dessen Inhalt, den Video- und Audiospuren und deren sogenannten Codecs. Wurde eine MP4-Datei mit einem unbekannten Videocodec erstellt, so kann diese nicht wiedergegeben werden. Abhilfe schafft hier eine Nachinstallation oder der Wechsel auf einen anderen Videoplayer, der mit entsprechenden Codecs bereits ausgeliefert wird.

Videoformate, Videocontainer, Videocodec, Vibitte?

Grundsätzlich versteht man unter einem Container ein Behältnis, das Objekte aufnehmen kann. Wir kennen Container im Alltag z. B. in Form einer Werkzeugkiste, um eben Werkzeuge darin anzuordnen. Welche Werkzeuge das sind, spielt dabei erstmal eine untergeordnete Rolle. Analog beinhaltet ein Videocontainer alle Daten, z. B. Audio- und Bilddaten, die ein Video ausmachen.

Das Containerformat bestimmt wie die Audio- und Videodateien, die getrennt voneinander gespeichert werden, innerhalb des Containers (z. B. MP4) vermischt sind. Das ist wichtig, damit der Computer die Bild- und Tondaten synchron lesen und wiedergeben kann. Wie diese Dateien konkret aussehen, d. h. vom Computer interpretiert werden müssen, spielt hier erstmal keine Rolle und ist nicht Bestandteil des Containers.

Vereinfacht ausgedrückt enthält die Containerdatei verschiedene weitere Dateien, z. B. Audio- und Videodateien, manchmal auch Untertitel und Menüs. Das Containerformat bestimmt wie diese Dateien innerhalb des Containers angeordnet sind.

Um nun diese Dateien (oft auch als Streams bezeichnet) abzuspielen, werden sogenannte Codecs benötigt. Diese ermöglichen es, dass die gespeicherten (und komprimierten) Streams vom Computer dekodiert werden können. Ein Videocodec ist z. B. H.264, der oft bei MP4-Dateien zum Einsatz kommt. Die Audiocodecs tragen Namen wie PCM, AAC, AC3, aber auch MP3, welcher sowohl eine Bezeichnung für den bekannten Audiocontainer als auch Codec darstellt.

Eine MP4-Datei (MP4-Container) könnte z. B. Videodaten die mit H.264 oder MPEG-2, als auch Audiodaten, die mit AAC oder MP2 kodiert sind, beinhalten. Welche Codecs verwendet werden steht in den Kopfdaten des Containers und kann mit entsprechenden Programmen ausgelesen werden.

Die Videocodecs lassen sich weiterhin durch ihre Profile unterscheiden. Diese legen beispielweise die verwendete Auflösung als auch Kompression fest.

Wenn nun eine MP4-Datei auf einem Apple Mac nicht abspielbar ist, kann das verschiedene Ursachen haben. Fehlt der Ton, handelt es sich womöglich um einen fehlenden Audiocodec. Fehlt hingegen das Bild, kann ein fehlender Videocodec oder nicht unterstütztes Profil die Ursache sein. Apple-Geräte können beispielsweise nur MP4 Dateien mit H264 Videocodecs, die mit Baseline 3 (Profil) kodiert sind, wiedergeben.

Falls es demnächst also wieder einmal heißt: „Die Videodatei kann nicht abgespielt werden.“, sollten Sie nun schneller zur Problemlösung übergehen können.


Autorin Christina Kliemt
Unsere Autorin Christina, 28, Masterstudentin und Mama von Sophia, schreibt für ihr Leben gern und entdeckt nun die Welt des Bloggens für sich.