Bildstörungen bei VHS-Kassetten

von vinett-video Mediaservice

Wer kennt das nicht: man plant einen gemütlichen Videoabend. Die Lieblings-VHS oder die alten Familienfilme liegen bereit, das Popcorn ist fertig und es kann eigentlich losgehen. Wenn da nur nicht die unliebsamen Bildstörungen wären. Flimmern am Bildrand, Bildaussetzer etc.

In diesem Artikel klären wir auf, wie Bildstörungen entstehen, wie man ihnen vorbeugen kann und wie sie behoben werden können.

Welche Bildstörungen gibt es und wie entstehen sie?

Bildfehler können ihre Ursache direkt auf der VHS-Kassette haben, oder am Abspielgerät liegen. Um dies zu testen, spielen Sie die Kassette auf mehreren Geräten ab. Tritt die Bildstörung dann immer noch auf, sind die Ursachen bei der Kassette zu suchen.

Flimmern am Bildrand: Dieser Bildfehler tritt meistens nach dem Digitalisieren einer VHS auf oder wenn man ein Video über einen Flachbildfernseher anschaut. Der waagerecht am Bildrand verlaufende Streifen ist bereits auf der VHS-Kassette vorhanden. Da auf Röhrenbildfernsehern allerdings eine Overscan-Technik verwendet wird, verschiebt sich dieser Effekt über das eigentliche Bild hinaus und ist nicht mehr sichtbar.

Bildrauschen bis hin zum Bildausfall: Dieses Problem hat seine Ursache oftmals in der Verschmutzung des Abspielgerätes. Bei längerer Nutzungsdauer lagern sich auf den Videoköpfen und Transportrollen Staub und andere Schmutzpartikel ab, sodass das Videoband nicht mehr richtig gelesen werden kann. Tritt bei verschiedenen Kassetten das Problem in ähnlicher Weise auf, ist dies ein starker Hinweis auf ein verschmutztes Abspielgerät. Kommt es nur bei einer bestimmten VHS zu Bildrauschen oder Bildausfall, ist möglicherweise das Videoband selbst verschmutzt.

Cross-Luminance-Effekt: Dieser Effekt führt dazu, dass auf stark farbigen Flächen Muster auftreten, die im Original so eigentlich nicht vorhanden sind. Dies liegt daran, dass Farb- und Helligkeitssignale vom Wiedergabegerät fehlinterpretiert werden. Die Ursache ist hier in den Anschlusskabeln zu suchen. Chinch- und Compositekabel übertragen Farb- und Helligkeitssignale auf nur einem Kanal und verstärken so den Cross-Luminance-Effekt.

Farbverschiebung: Um möglichst lange Laufzeiten bei geringen Kassettengrößen zu gewährleisten, liegen die Videospuren bei VHS und anderen für den privaten Gebrauch bestimmten Kassettenformaten eng beieinander. Beim Auslesen der gespeicherten Bildinformationen kann es dazu kommen, dass es zwischen dem Helligkeitssignal und dem Farbanteil zu einer zeitlichen Differenz kommt. Diese Differenz äußert sich darin, dass die Farbinformation leicht versetzt zum dazugehörigen Motiv erscheint.

Verbogene Kanten / Bildzittern und –ruckeln: Diese Bildstörungen treten am häufigsten auf und werden durch zeitliche Schwankungen während der analogen Aufnahme und Wiedergabe ausgelöst. Dies ist auf mangelhafte Aufnahmetechnik oder häufiges Kopieren eines Filmes zurückzuführen.

Farbflackern: Diese Bildstörung ist in der Regel auf das Alter einer VHS-Kassette zurückzuführen. Da dem Farbanteil eine vergleichsweise geringe Bandbreite im Videosignal zur Verfügung steht, treten hier häufiger Qualitätsverluste auf. Diese zeigen sich meist in falschfarbigen Streifen, die waagerecht über das Bild verlaufen.

Störstreifen: Da das Bildsignal auf VHS-Kassetten im Schrägspurverfahren aufgezeichnet ist, muss die aufgenommene Spur bei der Wiedergabe exakt abgetastet werden. Dabei wird das Magnetband etwa um 180° um die Zylindereinheit geführt. So erfasst bei jeder halben Umdrehung der gerade aktive Videokopf die Magnetisierung der aktuellen Schrägspur, wodurch alle Informationen Halbbild für Halbbild ausgelesen werden. Wenn die Komponenten des Wiedergabegerätes nicht präzise zusammenarbeiten, kommt es hier unter Umständen zu Störstreifen, die waagerecht über die Bilder laufen. Dies geschieht bspw. wenn sich das Laufwerk durch Transportschäden verzogen hat oder die Bandführungsrollen nicht mehr richtige justiert sind.

Wie kann man Bildstörungen vorbeugen?

Um Bildfehler gar nicht erst auftreten zu lassen, gibt es ein paar gute Tipps:

  • möglichst kurze Kabel verwenden, um Leitungsverluste und elektromagnetische Einstreuungen zu vermeiden
  • S-Video-Kabel und Scart-Kabel minimieren den Cross-Luminance-Effekt, weil Farb- und Helligkeitsinformationen auf getrennten Kanälen übertragen werden
  • Abspielgerät regelmäßig reinigen; wie das geht, lesen Sie hier.
  • Der richtige Umgang mit VHS-Kassetten verhindert Schäden an der Kassette. Lesen Sie ins diesem Artikel mehr dazu.

Wie kann man Bildstörungen beheben?

Neben der Reinigung des Abspielgerätes und dem Einsatz hochwertigerer Kabel kann auch eine Reinigung des Videobandes helfen. Dabei werden in einem speziellen Verfahren Staubrückstände, Fingerabdrücke und andere Verunreinigungen vom Videoband entfernt, sodass es wieder richtig gelesen werden kann.

Bei Bandrissen oder anderen Schäden an der VHS-Kassette kann diese repariert werden. Wie das geht, können Sie hier nachlesen.

Viele Bildstörungen können im Digitalisierungsverfahren minimiert oder ganz behoben werden. Alle Fehler, die durch das Abspielgerät ausgelöst werden, sind mit einer Digitalisierung ohnehin ausgeräumt. Farbverschiebungen, Kontrastmängel, Bildrauschen etc. können im Anschluss an die Digitalisierung durch Videobearbeitungsprogramme vermindert oder ganz behoben werden.