VHS ohne Farbe - Was tun?

von vinett-video Mediaservice

Wer zuhause seine VHS Videos digitalisiert und sich hinterher das Ergebnis ansieht, ist nicht selten mit bösen Überraschungen konfrontiert: Denn manchmal haben sich während des Überspielvorgangs unschöne Bild- und Tonfehler in die Videodatei eingeschlichen. Ein häufig auftretendes Phänomen ist beispielsweise, dass die digitalisierte VHS keine Farbe mehr anzeigt.

Welche Ursachen kann es haben, dass die digitalisierte Aufnahme nur noch schwarz weiß abgespielt wird? Was kann in so einem Fall getan werden? Wir haben einige Fehlerquellen und Lösungen zusammengestellt.

Keine Farbe auf dem VHS Band

Vor der Digitalisierung ist zu kontrollieren, ob die Aufnahme auf der VHS Kassette per se schon mit Farbfehlern abgespielt wird. Manchmal wird bei einer solchen Sichtung festgestellt, dass die Farbe bereits auf der VHS komplett oder punktuell fehlt, Farbverläufe, zum Beispiel an den Bildrändern, verzerrt dargestellt werden oder das Bild insgesamt "grisselig" aussieht.

Solche Farbfehler können mehrere Ursachen haben. VHS verlieren mit den Jahren an Qualität, da die Magnetisierung des Bandes nachlässt. Wie stark und wie schnell sich das bemerkbar macht, ist einerseits von der Qualität der Kassette abhängig. Andererseits tragen oft auch falsche Lagerung oder Umwelteinflüsse wie Staub oder Sonneneinstrahlung dazu bei, dass der natürliche Qualitätsverlust sich beschleunigt. Besonders fatal für VHS-Aufnahmen ist die Lagerung in unmittelbarer Nähe eines starken Magnetfelders, wie zum Beispiel einer Lautsprecherbox, die sogar zur Löschung von Aufnahmedaten führen kann. Wie VHS korrekt gelagert werden müssen, um solche Schäden zu vermeiden, kann hier nachgelesen werden.

Wenn die Magnetisierung einer VHS nachlässt, ist daran kaum etwas zu ändern. Die Originalfarbe kommt nicht mehr zurück auf das Band. Möglich ist dann lediglich eine leichte Verbesserung der Bildqualität nach der Digitalisierung mit Hilfe einer Bildbearbeitungssoftware am Computer.

Keine Farbe durch Fehler bei der Digitalisierung

Die meisten Ursachen dafür, dass das digitalisierte VHS Video keine Farbe anzeigt, liegen jedoch im Überspielprozess selbst begründet. Um Bildfehler zu vermeiden, gilt es, einige Faktoren zu kontrollieren:

Ist das richtige Equipment vorhanden?

Beim Überspielprozess gibt es verschiedene Varianten der Verkabelung, die bei richtiger Anwendung gleichermaßen zu einem gelungenen Ergebnis führen. Dennoch sind in Sachen Farbqualität Präferenzen auszumachen.

Nicht nur S-VHS-Kassetten, sondern auch normale VHS Bänder profitieren beim Überspielprozess von einem vorhandenen S-Videoanschluss am Videorecorder. Mit dem S-Video Kabel werden Luminanz, also das Schwarz-Weiß-Signal (Y), und Chrominanz, also das Farbsignal (C), getrennt übertragen. Bei einem normalen Composite Kabel mit Cinch-Stecker dagegen werden die Signale gemeinsam über eine Leitung gesendet. Die Wahl eines S-Video Kabels erhöht also oft die Bildqualität beim Kopieren.

Aber Vorsicht: Nicht jeder VHS-Recorder ist in der Lage, ein S-Video Signal abzugeben. Auch ältere Fernseher sind in der Tat selten S-Video kompatibel. Ist das der Fall, könnte das ein Grund sein, warum das Bild im Ergebnis schwarz-weiß überspielt wurde.

Sind alle Anschlüsse richtig eingesteckt?

Um ärgerliche Farbfehler auszuschließen, ist es elementar, vor dem Überspielen zu kontrollieren, ob alle Anschlüsse am richtigen Platz sitzen.

Sofern ein Cinch-Stecker verwendet wird, müssen die Anschlüsse in die dafür vorgesehenen Buchsen gesteckt werden: Der gelbe Anschluss dient zur Übertragung des Videosignals, der rote für den rechten und weiße für den linken Audiokanal. Bei einem SCART-Kabel muss der Stecker in die AV1(TV)- oder ext1(TV)-Buchse des Videorecorders führen. Bei einem S-Video Kabel liegt hingegen in der Regel nur ein passender Anschluss vor. Für die Übertragung der Audiosignale kann hier der rote und weiße Anschluss eines zusätzlichen Cinch-Kabels verwendet werden.

Sollte trotz richtiger Verkabelung im Resultat die Farbinformation fehlen, sollte außerdem ein Defekt am Kabel oder der Buchse selbst ausgeschlossen werden.

Sind alle Einstellungen richtig gesetzt?

Die Wahl des Übertragungskabels muss auch im Aufnahmedialog des Capture-Programms richtig eingestellt werden, das heißt bei einer Cinch-Verkabelung auf "Composite-Video aktivieren" bzw. "S-Video Capturing deaktivieren", bei einem Hosidenkabel mit zusätzlichem Audiokabel auf "S-VHS". Andernfalls ist auch hier eine Ausspielung in schwarz-weiß zu erwarten.

Fazit

Sollte im digitalisierten VHS Video die Farbinformation fehlen, gilt es sich auf Fehlersuche zu begeben: Diese beginnt bereits bei der Kontrolle der VHS Qualität und erstreckt sich über die Wahl der richtigen Hardware bis hin zur Defektsuche an den eingesetzten Kabeln und Buchsen. Oft liegen Übertragungsfehler auch im Setting falscher Einstellungen im Capture Programm begründet.

Meistens lassen sich Farbfehler mit etwas Geduld zuhause beheben. In schwierigen Fällen kann es jedoch zeit- und nervensparend sein, einen Experten zu Rate zu ziehen. Dieser ist durch Ausstattung und Know-How mit Sicherheit in der Lage, die beste Farbqualität aus den wertvollen VHS-Erinnerungen herauszuholen.