Action Max – VHS Videospiele

von vinett-video Mediaservice

Interaktive Online-Rollenspiele, Wii und leistungsfähige Smartphone-Games – die Welt der Computerspiele ist heute so bunt und vielfältig wie kaum ein anderes Medium. Doch wie sieht es mit den Vorläufern und längst vergessenen Urahnen heutiger Spielekonsolen aus? Wie stellen die VHS-Konsole Action Max vor.

Im Jahre 1987 erblickte die erste VHS-Konsole das Licht der Welt – die Firma Worlds of Wonder brachte „Action Max“ auf den Markt. Das Konzept war Ende der 80er-Jahre ein sehr interessantes, aber die Entwicklung anderer Konsolen und die begrenzte Einsatzfähigkeit von Spielen auf VHS-Kassetten, machte die Action Max irgendwann zu einem Randprodukt.

Wie funktioniert(e) Action Max?

Die Spiele der Action Max wurden auf VHS veröffentlicht. Da die Konsole selbst aber über keinen Abspielmechanismus verfügte, benötige man zusätzlich dazu einen VHS-Rekorder. Das Eingabegerät für die Spiele war eine Lightgun, mit der für gewöhnlich auf den Bildschirm gezielt wurde. Je nachdem wie viele Ziele dabei getroffen wurden, erhielten die Spieler eine bestimmte Anzahl an Punkten. Auf den Spielverlauf selbst konnte damit kein Einfluss genommen werden, sodass eine Interaktion, wie man sie von heutigen Videospielen kennt, nicht möglich war.

Welche Spiele gab es?

Die Spiele der Action Max waren vor allem Ziel- und Schießspiele. Sie basierten auf einer Art Live-Action-Film, bei dem der Protagonist häufig in die Kamera sprach und dem Spieler so das Gefühl vermittelte, Teil des Films zu sein.

Sonic Fury war das erste Action-Max-Spiel, das es zu jeder Konsole dazu gab. Auftakt des Spiels gab Major Lance Bedson, der den Spieler, von ihm ‚Ace“ genannt, auf eine Trainingsmission schickte, um herauszufinden, ob er gut genug ist, um Teil des Sonic Fury Geschwaders zu werden. Im Verlauf des Games musste sich der Spieler in seinem Jet gegen eine Reihe feindlicher Angriffe verteidigen.

Das Spiel .38 Ambush Alley beginnt in einer Polizei-Akademie und der Spieler nimmt die Rolle eines nicht näher benannten Anfängers ein. Er wird Teil eines Polizei-Trainings in der sogenannten Ambush Alley, einer Art Atrappen-Stadt, wo er feindliche Ziele abschießen muss, ohne dabei „Zivilisten“ zu treffen.

Das nächste Spiel, Blue Thunder, brachte den Spieler in einen Helikopter, von dem aus feindliche Ziele abgeschossen werden mussten. Nach dem gleichen Prinzip funktioniere Hydrosub: 2021, in dem in einer inzwischen nicht mehr ganz so fernen Zukunft eine Unterwasserstation gegen Seekreaturen und feindliche U-Boote verteidigt werden musste.

Für eine leichte thematische Abwechslung sorgte The Rescue of Pops Ghostly. Hier benötigten freundliche Gespenster Hilfe dabei, sich gegen bösartige Geister zu verteidigen.

Action Max – eine kurze Erfolgsgeschichte?

1989 versuchte sich View-Master an einem Ableger der Action Max und veröffentlichte eine eigene VHS-Konsole, die „View-Master Interactive Vision“, die etwas mehr Interaktionsmöglichkeiten bot. Mit insgesamt 6 Muppet-Show-Spielen und einem Disney-Spiel, war die Game-Palette relativ stark begrenzt und legte ihren Fokus auf Merchandise-Möglichkeiten.

Letzten Endes konnten sich die relativ statischen VHS-Spiele nicht gegen andere Konsolen durchsetzen, sodass die Action Max heute zu gut gehandelten Sammlerstücken gehört.