Wann wird die DVD aussterben?

von vinett-video Mediaservice

DVDs sind unter Filmfans eine beliebte Möglichkeit, sich den Kinogenuss ins heimische Wohnzimmer zu holen. Doch zwischen Blu-ray und diversen Streaming-Diensten droht die DVD allmählich unterzugehen und so manch einer hat sicher schon vergessen, dass es mal so etwas wie VHS-Kassetten gab. Wird die DVD bald aussterben? Wir wagen eine Prognose.

Was sagen die Verkaufszahlen?

Im Vergleich zu anderen Entertainment-Bereichen wie Musik, Bücher oder Games, kann der Home-Video-Bereich mit +88% in den letzten 13 Jahren den größten Zuwachs verzeichnen. Dabei entfallen noch immer gut ein Drittel der Umsätze auf den Verkauf von DVDs. 2013 konnten in Deutschland so 1.142 Mio. € umgesetzt werden. Seit 2007 legen Blu-rays und digitale Dienste stetig zu und scheinen die DVD immer mehr abzudrängen. Der Bundesverband Audiovisuelle Medien e.V. prognostiert, dass bereits 2015 die Hälfte aller Umsätze im Home-Video-Bereich auf Blu-Ray und digitale Anbieter entfallen werden. Zudem wurden 2011 erstmals mehr Blu-ray-Player als DVD-Geräte verkauft. Auch der Verleihmarkt verschiebt sich weiterhin deutlich in Richtung Video on Demand.

Die VHS – Schon lange ausgestorben?

Als Kind der wilden 70er Jahre war die VHS-Kassette bis zum Ende der 90er das Medium schlechthin für den heimischen Filmgenuss. Trotz technisch besserer analoger Videosysteme, wie bspw. Video 2000, wurde sie erst nach und nach durch digitale Systeme abgelöst. Vor allem seit der Entwicklung von DVD-Geräten mit Aufnahmefunktion ging der Absatz von VHS-Kassetten maßgeblich zurück. Etwa 2003 wurde die VHS in ihrem Verkaufszahlen von der DVD überholt. Während im Jahr 1999 VHS-Käufe noch 95% am Videokaufmarkt gegenüber. DVDs ausmachten, hat sich dieser Wert bis 2003 fast vollständig umgekehrt.

Ende des Jahres 2008 kündigten schließlich die größten Hersteller von VHS-Kassetten, Distribution Video & Audio Inc. und JVC, die Einstellung der VHS-Produktion an. Heute ist die VHS nur noch unter Sammlern und Liebhabern hoch gehandelt.

Durch welche Medien wird die DVD abgelöst?

Nur allmählich beginnen die Verkaufszahlen von Blu-rays im Vergleich zu DVDs anzusteigen. Dies mag vor allem daran liegen, dass Blu-rays noch immer deutlich kostenintensiver sind und längst nicht jeder Haushalt über einen entsprechenden Player verfügt. Hingegen sichtlich erfolgreicher sind verschiedene Dienste für Streaming und Video on Demand. Der Vorteil liegt hier ganz klar darin, dass Filme viel schneller und vor allem spontan verfügbar sind. Wer nachts um 3 plötzlich Lust auf „Der Pate“ hat, muss nicht bis zum nächsten Morgen warten, um die Videothek oder den Händler in der Nähe zu besuchen.

Jedoch kann das Streaming im Hinblick auf Zusatzfeatures, wie entfallene Szenen, Making-Of und Interviews, nicht mit DVDs mithalten. Diese sind weiterhin nur auf physikalischen Medien zugänglich.

Auch in Sachen Bild- und Tonqualität liegen DVD und Blu-ray in den meisten Fällen noch immer vorne. Auch ohne stabile Internetverbindung ist Filmgenuss möglich. Hinzukommt, dass (legal) gestreamte Filme oftmals nur für einen kurzen Zeitraum verfügbar sind. Hingegen ist eine einmal gekaufte DVD immer griffbereit (sofern man sie nicht gerade verliehen hat).

Eine Alternative zu DVDs ist zudem das digitale Abspeichern von Filmen. Doch gerade was das Online-Archivieren in einer Cloud angeht, sind Urheberrechtsfragen strittig. Ordnungsgemäß im Handel erworbene DVDs und Blu-rays dürfen nur dann kopiert werden, wenn dafür kein signifikanter Kopierschutz umgangen werden muss – dieser ist jedoch in so gut wie jedem Produkt enthalten. Gleiches gilt für Downloads aus Online-Videotheken und Streaming-Seiten. Nur rechtmäßige Privatkopien von Filmen dürfen in Clouds gespeichert werden, denn das Urheberrecht man keinen Unterschied, ob der Film nun lokal oder im Netz gespeichert ist. Der Vorteil von Cloud-Filmsammlungen besteht ganz klar darin, dass von überall her darauf zugegriffen werden kann und das Archiv gleichzeitig als Backup dient.

Was den Platzaspekt angeht, scheiden sich wohl die Geister. Natürlich nehmen gestreamte oder digital gespeicherte Filme keinen Stauraum im Regal weg und stauben auch nicht ein, doch eine gut sortierte DVD-Sammlung im Wohnzimmer ist für echte Filmfans schon fast ein Muss.

Die Prognose

Wie bereits oben erwähnt, ist ein erheblicher Zuwachs an Streaming-Angeboten im Home-Video-Bereich zu erwarten. Langfristig wird sich dieses Format jedoch nur gegen physikalische Medien durchsetzen können, wenn die deutlichen Nachteile, bspw. in Bildqualität und Verfügbarkeit von Bonusmaterial, ausgeglichen werden können. Erst dann dürften Streaming-Dienste und Cloud-Lösungen durch ihre beinahe uneingeschränkten Zugriffsmöglichkeiten langfristig auf der Überholspur sein.

Für echte Sammler und Liebhaber wird die DVD wohl auch weiterhin nicht wegzudenken sein. Immerhin hat sich die VHS auch nicht verdrängen lassen. Auch wenn sie nicht mehr hergestellt wird, sind noch immer unzählige gebrauchte Videokassetten im Handel verfügbar. Ob die DVD ein ähnliches Schicksal ereilen wird, bleibt abzuwarten. Mittelfristig dürfte sich die DVD jedoch, auch in friedlicher Koexistenz mit der Blu-ray, weiter am Markt behaupten können.