Kassetten digitalisieren – So wird’s gemacht.

von vinett-video Mediaservice

So wie VHS-Kassetten zunehmend verschwinden, neigt sich auch die Ära Audio-Kassetten dem Ende zu. Kaum noch eine neue Musikanlage verfügt überhaupt über ein Kassetten-Deck und so werden entweder alte Abspielgeräte benötigt oder die Kassetten verstauben im Regal.

Hauchen Sie Ihren Musikkassetten, Hörspielen etc. neues Leben ein, indem Sie sie digitalisieren. Eine Anleitung dazu finden Sie hier:

Benötigte Hard- und Software

Kassettenspieler

Im Grunde kann für das Digitalisieren von Audio-Kassetten jeder beliebige Kassettenspieler verwendet werden, der über zwei Cinch-Ausgänge verfügt. Außerdem sollte das Gerät einen automatischen Rückwärtslauf sowie Dolby B, C oder S unterstützen.

Audio-Kabel

Sie benötigen ein Audio-Kabel, das einen 3,5mm Klinken-Stecker mit zwei Cinch-Stecker verbindet. Das Kabel sollte eine Länge von etwa 1-2 Metern haben, da zu lange Kabel zu Störungen führen können. Dabei sollte es sich idealerweise um ein Stereo-Kabel handeln, welches man an zwei schwarzen Ringen am Mini-Klinken-Stecker erkennt.

Soundkarte

Normalerweise reicht die bereits im PC eingebaute Soundkarte für die Digitalisierung von Audiokassetten aus. Sollten Sie jedoch Wert auf eine bessere Aufnahmequalität legen, können Sie eine weitere USB- oder PCI-Soundkarte einsetzen.

Software

Audio-Software muss nicht teuer sein. Ein preisgünstiges und sehr taugliches Programm ist ‚MAGIX Music Cleaning Lab‘, das mit Lernvideos die Anwendung der Software anschaulich erklärt. Mit dem Feature 1-Click Cleaning Button lassen sich bei diesem Programm automatisch Rauschen und Knistern in einer Aufnahme entfernen. Ebenso empfehlenswert ist der Nero WaveEditor, der in der Nero Brennsoftware enthalten ist.

Als kostenlose Variante ist hier ‘Audiacity’ zu nennen. Dieses Programm ist einer intuitiv zu bedienender Audiorekorder und –editor für den Heimgebrauch.

Im Profibereich haben sich Audition von der Firma Adobe und WaveLab von der Firma Steinberg etabliert

Alternative: Kassetten-Digitalisierer

Haben Sie kein passendes Abspielgerät zu Hause, können Sie sich auch ein spezielles Digitalisier-Gerät anschaffen, welches in der Regel mit der benötigten Software verkauft wird. Solche Geräte bieten jedoch oft nur eine mindere Tonqualität und die mitgelieferte Software bietet nur selten Features zur Bearbeitung der Aufnahmen, wie zum Beispiel das Unterteilen in einzelne Tracks.

Liste von Geräten:

Vorbereitung

Verbinden der Hardware

Verbinden Sie die beiden Cinch-Stecker mit dem Line-Out-Ausgang Ihres Abspielgerätes. Sollte Ihr Abspielgerät keine Chinch-Ausgänge besitzen, müssen Sie sich einen Adapter bzw. ein entsprechendes anderes Kabel besorgen. Den 3,5mm Klinken-Stecker am anderen Ende des Audiokabel verbinden Sie mit dem Line-In-Anschluss Ihrer Soundkarte. Im Regelfall ist dies ein blau gekennzeichneter Steckplatz. Wenn Sie hier auch ein Mikrofon angeschlossen haben, sollten Sie dieses während des Digitalisierens abstecken, um etwaige Nebengeräusche zu vermeiden.

Reinigen des Tonkopfes

Um eine bessere Aufnahmequalität zu erreichen, besonders dann, wenn das Abspielgerät lange nicht mehr genutzt wurde, sollte der Tonkopf gereinigt werden. Dafür können Sie eine Reinigungskassette benutzen, die den Tonkopf von Staub und Abrieb befreit. Eine Durchlaufdauer von 30-60 Sekunden reicht in der Regel aus. Gegebenenfalls kann auch eine Entmagnetisierung des Tonkopfes mit einer Entmagnetisierungskassette sinnvoll sein, denn durch das ständige Durchlaufen des Kassettenbandes am Tonkopf kann es dort zu einer Vormagnetisierung kommen.

Kassette durchspulen

Vor allem wenn Sie die Kassette, die Sie digitalisieren wollen, schon lange nicht mehr benutzt haben, sollte diese einmal im Schnelldurchlauf vor- und zurückgespult werden. Damit verhindern Sie einen möglichen ‚Bandsalat‘ und das Band kann anschließend gleichmäßig durchlaufen.

Aufnahme

Überprüfen Sie zunächst in den Audio-Einstellungen Ihres Betriebssystems, ob die richtige Soundkarte und der richtige Signal-Eingang (Line-In) erkannt und eingestellt sind.

Öffnen Sie nun die Digitalisierungs-Software Ihrer Wahl. Hier können Sie in der Regel verschiedene Einstellungen vornehmen, so zum Beispiel die Anzahl der Aufnahmekanäle (Stereo oder Mono) sowie das gewünschte Format der Dateiausgabe. Wenn Sie alle gewünschten Einstellungen getroffen haben, starten Sie die Aufnahme in der Software und drücken Sie dann die Play-Taste Ihres Abspielgerätes. Die Kassette wird nun vom Computer aufgenommen, was in den meisten Programmen daran zu erkennen ist, dass auf dem Bildschirm eine Tonspur angezeigt wird. Sind die Tonsignale oben und unten abgeschnitten, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Aufnahme übersteuert. Dies kann über die Lautstärke-Regelungen Ihres Betriebssystems korrigiert werden, indem Sie die Aufnahme-Lautstärke verringern.

Wenn die Kassette komplett überspielt wurde, stoppen Sie die Aufnahme in der Software. Anschließend können Sie die Aufnahme bearbeiten, indem Sie sie beispielsweise in einzelne Tracks unterteilen, etwaiges Rauschen entfernen. Je nachdem welche Software Sie nutzen, stehen Ihnen verschiedene Bearbeitungsfunktionen zur Verfügung. Speichern Sie die Aufnahme dann im gewünschten Dateiformat ab.

Welches Dateiformat ist das richtige?

Wenn Sie die Datei zu einem späteren Zeitpunkt noch nachbearbeiten wollen, speichern Sie sie als verlustfreie Projekt-Datei für das jeweilige Audio-Programm ab. Üblicherweise haben Audio-Softwares dieses Format als Standard-Einstellung. Fertig bearbeitete Dateien können im MP3- oder WAV-Format gespeichert werden. Hierbei sind verschiedene Bitrate-Einstellungen möglich, die sich auf die Qualität und die Dateigröße auswirken. Je höher die Qualität ist, desto mehr Speicherplatz beansprucht die Datei.