(0341) 331 22 44
Mo - Fr: 10 - 18 Uhr
Info-board-2
Blog
Ratgeber

Keinen Zugriff auf USB-Stick oder SD-Karte, was kann ich tun?

von vinett-video Mediaservice

Das ist wahrscheinlich jedem schon widerfahren. Man schließt den USB-Stick oder die SD-Karte am Rechner an, aber dieser/diese wird nicht erkannt oder es lässt sich nicht auf das entsprechende Laufwerk zugreifen. Dabei hat das Speichermedium doch das letzte Mal noch reibungslos funktioniert!

Wie immer gilt zunächst: keine Panik. Es muss nicht immer der USB-Stick oder die Speicherkarte defekt sein. Manchmal ist auch die Peripherie schuld und es besteht die Möglichkeit, doch auf die Daten zuzugreifen und zu retten. Die folgenden Schritte sind kein Patentrezept, aber zumindest einen Versuch wert.

1. Anschluss prüfen

Teilweise können die Dateien auf den Speichermedien schlicht nicht erkannt werden, da ein äußerer Defekt dieser oder im Fall der externen Festplatte auch an den Verbindungskabeln vorliegt. Gerade bei Festplatten können Probleme aufgrund eines Wackelkontakts am Strom- oder USB-Kabel auftreten. Durch den Einsatz eines neuen Kabels kann das Problem schnell und unkompliziert behoben werden.

SD-Karten haben darüber hinaus oftmals einen eingebauten Schreibschutz, durch den die Lesbarkeit der Daten verhindert wird. Somit sollte bei auftretenden Problemen zunächst getestet werden, ob die Schwierigkeiten nach Umlegen des Schalters zur Entfernung des Schreibschutzes weiterhin bestehen.

Auch wenn Sie das bestimmt schon getan haben, empfehlen wir es der Vollständigkeit halber: Versuchen Sie zunächst Ihren Stick oder Ihre Speicherkarte an einem anderen Rechner oder anderen USB-Port anzuschließen. In manchen Fällen liegt der Ursprung des Fehlers nicht an den Speichermedien selbst, sondern an dem verwendeten Gerät. Gerade bei SD-Karten kann dies der Fall sein, so dass verschiedene Digitalkameras und Card-Reader getestet werden sollten.

Mit etwas Glück haben Sie darüber Zugriff auf Ihre Dateien. Funktioniert das nicht, fahren Sie mit Schritt 2 fort.

2. Laufwerksbuchstaben ändern

Es besteht die Möglichkeit, dass Windows Ihrem Gerät kein Laufwerksbuchstaben zuordnen konnte. Erscheint im Explorer nachdem Anstecken kein Laufwerk, können Sie die Zuweisung manuell vornehmen. Öffnen Sie dazu die Computerverwaltung, indem Sie unter Start danach suchen.

In der Computerverwaltung klicken Sie links auf Datenträgerverwaltung. Ggf. müssen Sie den Reiter "Datenspeicher" ausklappen. Dort wählen Sie Ihren USB-Stick anhand der Größe oder des Namens aus. Die Bezeichnung kann abweichen, in den meisten Fällen trägt er den Namen des Herstellers oder des Modells. Nach einem Rechtsklick wählen Sie "Laufwerksbuchstaben und -pfad ändern".

Weisen Sie nun Ihrem Gerät einen neuen (freien) Laufwerksbuchstaben zu.

Danach sollten Sie das Laufwerk im Windows-Explorer vorfinden. Können Sie immer noch nicht darauf zugreifen, versuchen Sie es weiter mit Schritt 3.

Wird Ihr Datenträger wie oben beschrieben, nicht in der Computerverwaltung oder wie unten (Punkt 3) nicht im Geräte-Manager angezeigt, dann kann die Elektronik beschädigt worden sein. Handelt es sich um eine externe Festplatte, können Sie versuchen, diese in ein anderes Gehäuse zu setzen oder direkt an ein SATA/USB-Adapter anzuschließen.

3. Treiber neuinstallieren

Keine Panik. Ihr USB-Stick oder Ihre SD-Karte könnten von Windows nicht richtig erkannt worden sein, wofür ein defekter Treiber verantwortlich ist. Um das auszuschließen, deinstallieren Sie diesen in 2 einfachen Schritten.

Lassen Sie Ihren USB-Stick angeschlossen und öffnen Sie den Geräte-Manager, indem Sie unter Start danach suchen.

Dort wählen Sie unter Laufwerke den entsprechenden Datenträger aus. Er trägt meist den Namen des Herstellers und/oder Modells, wie JetFlash von Transcend in diesem Beispiel. Nach einem Rechtsklick wählen Sie "Gerät deinstallieren".

Ziehen Sie Ihren USB-Stick vom Computer ab und starten Sie Ihren Rechner neu. Ist dieser hochgefahren, können Sie Ihren Stick erneut anschließen und Windows sollte den Treiber von alleine suchen und installieren. Nach wenigen Sekunden können Sie meist auf Ihr Laufwerk zugreifen. Falls das nicht der Fall ist, fahren Sie mit Schritt 4 fort.

4. Datenträgerüberprüfung

Möglicherweise sind doch Ihre Daten betroffen. Das kann z. B. passieren, wenn Ihr Speichermedium nicht ordnungsgemäß getrennt wurde. Öffnen Sie wie gewohnt den Windows-Explorer und wählen Sie dort "Dieser PC". Klicken Sie mit rechts auf Ihren USB-Stick und danach auf Eigenschaften.

Hier wechseln Sie in den zweiten Reiter auf Tools (Werkzeuge) und klicken in der Fehlerüberprüfung auf Prüfen. Anschließend bestätigen Sie den Vorgang mit "Laufwerk scannen und reparieren".

Im besten Fall haben Sie nach der automatischen Reparatur Zugriff auf Ihre Daten.

5. Datenrettungstools

Wenn Sie immer noch keinen Zugriff auf Ihre Daten haben, hilft Ihnen vielleicht das ein oder andere (kostenlose) Tool weiter.

TestDisk ist eines davon, mit dem man beschädigte oder "verloren gegangene" Dateisysteme wiederherstellen kann. Es repariert Dateizuordnungstabellen und unterstützt unter anderem die Formate FAT, NTFS, exFAT, HFS.

Ein weiteres Tools ist Recuva.

6. Spezialist / Fachgeschäft aufsuchen

Wenn nichts hilft, dann doch Panik! Quatsch. Haben Sie eine Hausratversicherung? Überprüfen Sie, ob in Ihrer Versicherungspolice Datenrettungen mit inbegriffen sind. Diese kosten beim Spezialisten ab 150 EUR aufwärts. Googlen Sie nach Datenrettung oder "data recovery" und Sie finden meist fachkundige Firmen in Ihrer Nähe.

Weitere Informationen

USB-Sticks und SD-Karten sind nicht für die Ewigkeit konzipiert. Meist genügt schon eine Unachsamkeit oder technischer Defekt, um Ihre Daten zu beschädigen. Sichern Sie diese daher redundant durch zusätzliche Kopien.

Das Speichermedium Kassette

Auch Videokassetten stellen ein Speichermedium dar. Im Laufe der Zeit verlieren diese allerdings an Qualität. Daher am besten frühzeitig reagieren und die Kassetten digitalisieren lassen. So haben Sie noch lange etwas von ihren liebsten Erinnerungen. Wir helfen Ihnen gerne dabei!


Kommentare