VHS-Qualität verbessern

von vinett-video Mediaservice

Alte VHS-Aufnahmen sind oft wertvolle Erinnerungen, doch leider nimmt die Bildqualität besonders nach langer Lagerung oder durch Abnutzung mit der Zeit ab. Welche Möglichkeiten gibt es, die VHS Qualität zu verbessern? Damit die VHS-Aufnahmen frischbleiben, empfiehlt es sich, sie zu digitalisieren. Als Videodateien können sie dann in Bildbearbeitungsprogrammen nachkorrigiert werden. Doch um hier das hochwertigste Ergebnis zu erzielen, sollten bereits während der Lagerung und beim Überspielprozess einige Tipps beachtet werden.

Wer seine VHS-Aufnahmen langfristig in guter Qualität ansehen möchte, sollte sich nicht alleine auf eine Software verlassen, sondern schon viel früher mit der Vorsorge beginnen. Der richtige Umgang mit VHS Kassetten ist der erste Schritt, um die VHS Qualität beizubehalten. Denn sind die Aufnahmen durch falsche Lagerung oder unsachgemäßen Gebrauch einmal beschädigt worden, können die fehlenden Bildinformationen mit einer Bildbearbeitungssoftware von zuhause aus nicht mehr einfach so rekonstruiert werden.

Umsicht bei der Digitalisierung

Um VHS-Aufnahmen langfristig speichern und nachbearbeiten zu können, bietet es sich an, sie auf DVD zu digitalisieren. Dieser Vorgang ist auch von zuhause aus möglich. Doch um dabei hochwertige Ergebnisse zu erzielen, gilt es auch hier, einige Vorkehrungen zu treffen - denn in welcher Qualität VHS-Videos ausgespielt werden, ist wesentlich von der Auswahl der richtigen Tools und Einstellungen beim Überspielprozess abhängig.

Korrekte Verwendung des Abspielgeräts

Hochwertige Recorder sind mit der wesentlichste Einflussfaktor auf die Qualität des Videos. Für das Überspielen von VHS ist trotz des höheren Preises die Benutzung von S-VHS Geräten empfehlenswert, z.B. von JVC (Modellreihe HR-S7600 bis HR-S9911U) oder Panasonic (NV-HS900 oder NV-HS1000). Diese sollten vor der Benutzung gut gereinigt werden: Die Leseköpfe können mit einem Baumwolltuch gesäubert werden, alternativ ist es auch möglich, eine Reinigungskassette durchlaufen zu lassen. Je hochwertiger und besser gewartet das Wiedergabegerät ist, desto seltener ist hinterher mit Dropouts zu rechnen.

Einsatz eines Time Base Correctors (TBC)

Mit einem TBC wird das Videosignal um mechanische Schwankungen bereinigt, so dass das Bild hinterher insgesamt sauberer wirkt. Hochwertige S-VHS Geräte enthalten oft schon entsprechende Filter und Stabilisatoren, die Rauschen und Bildsprünge reduzieren oder plötzliche Lichtschwankungen verhindern.

Video-Capture Karte und Capturing Programm

Weiterhin sollte auch bei der Wahl der Video-Capture Karte nicht gespart werden. Günstige USB-Videoschnittkarten lohnen sich vielleicht im ersten Moment, versprechen dagegen oft keine gute Qualität im Bildresultat. Zum Übertragen des Videos auf Festplatte wird außerdem ein Capturing Programm benötigt. Hierfür eignet sich in der Regel die Herstellersoftware der Capture Karte.

Auswahl des richtigen Formats

AVI, MPEG oder MP4? - Die Auswahl des richtigen Dateiformats hängt von der geplanten Verwendung des Videos ab. Wenn die Videos nur leicht bearbeitet werden sollen, können sie als MPEG oder - bei Apple-Geräten - als MP4 ausgespielt werden. Allerdings hat das MPEG-Format oft einen Qualitätsnachteil: Beim Versuch, Zufallssignale sauber zu encodieren, kann der Encoder Bildrauschen nicht vom eigentlichen Bildinhalt unterscheiden, so dass es zu ausgefransten Kanten oder Artefakten kommen kann. Um die maximale Bildqualität herauszuholen, lohnt es sich daher eher, auf schwach komprimierte Dateiformate wie YUY2 mit AVI als sogenanntem Container zu setzen - vor allem, wenn eine aufwändigere Nachbearbeitung geplant ist. Eine Umwandlung, zum Beispiel in MPEG2, kann hinterher immer noch mit einem guten Konverter vorgenommen werden, der auch Funktionen wie Entrauschen, Bildstabilisierung und Schärfekorrektur beherrscht. Die Nachbearbeitung von fertigen MPEG-Videos aus dem Abspielgerät ist dagegen ungleich schwieriger, weil die Qualität der Aufnahmen aufgrund von Bildfehlern und Artefakten unter Umständen bereits schlechter ist, als auf dem Original-Band.

Software-Einstellungen

Für die Digitalisierung in einer guten Qualität ist es wichtig, die richtigen Software-Einstellungen zu wählen. Empfehlenswert für VHS Videos ist die Aufnahme im Zielformat bei 720x576 Bildpunkten (PAL-Format bei DVD). Die Audioeinstellungen sollten auf 48 kHz sowie 224 kbit/s eingestellt werden.

Digitale Nachbearbeitung

Sind einmal schwerwiegende Fehlinformationen in der ausgespielten Videodatei vorhanden, kann es schwierig werden, sie hinterher mit Hilfe einer Software zu beheben. Es gibt jedoch einige einfache Tricks, mit denen die Qualität des VHS Videos in der Nachbearbeitung leicht aufgebessert werden kann.

Einsatz einer Software mit Filtern

Bereits mit kostenlosen Programmen, wie z. B. VirtualDub oder VirtualVCR, kann einiges getan werden, um die Qualität der Aufnahme zu verbessern. Mit VirtualDub-Filtern lassen sich beispielsweise Farbsäume, Geisterbilder und Interlacing passabel korrigieren. Da kein Material dem anderen gleicht, lohnt es sich, mit diesen Filtern zu experimentieren, bis das gewünschte Ergebnis eintritt. Weiterhin kann mit Hilfe eines Schnittprogramms, wie z. B. dem Windows Movie Maker oder Magix Video easy für Einsteiger oder Pinnacle Studio oder TMPGEnc Authoring Works für erfahrenere Anwender, durch Schnitte, Kontrastverstellung, Skalierung und Farbkorrekturen ein hochwertigerer Look erzeugt werden.

Cropping

Eine beliebte Anwendung in der professionellen Nachbearbeitung von VHS ist das sogenannte "Cropping". Damit ist das Abschneiden der Bildränder gemeint, um das Bildformat z.B. von 4:3 in 16:9 umzuwandeln, ohne dass dabei das Bild verzerrt wird. Dabei wird der Rand des Videobildes entfernt und der übrige Teil vergrößert.

Audio

Um die Wirkung des Audioeindrucks zu verbessern, kann es schon viel bringen, die Lautstärke richtig einzupegeln. In der professionellen Soundbearbeitung werden in der Regel außerdem Hintergrundrauschen, Brummen und Piepen entfernt. Eine Software in diesem Bereich ist z. B. Sound Forge. Manchmal kann der Audioeindruck zusätzlich verbessert werden, indem einzelne Geräusche nachvertont und unter die passende Stelle im Video gelegt werden.

Beim Verbessern der VHS Qualität spielen viele verschiedene Faktoren zusammen. Mit einem breiten Angebot an Softwares stehen einige Möglichkeiten offen, um die digitalisierten VHS-Aufnahmen bei der Nachbearbeitung am Computer aufzuwerten. Doch darauf allein sollte man sich nicht verlassen, denn nicht alle Bildfehler können an dieser Stelle noch behoben werden. Daher gilt: Wer sich schon frühzeitig die Zeit nimmt, seine VHS zu warten und sich vor dem Digitalisieren intensiv mit der Auswahl der richtigen Tools auseinandersetzt, erzielt mit Sicherheit die besten Resultate.