Das haben wir an der VHS geliebt…

von vinett-video Mediaservice

Schon lange haben DVDs und Blu-Rays in vielen Haushalten die VHS verdrängt. Doch die gute alte Videokassette ist nicht so einfach unterzukriegen und nicht nur Sammler verbinden viele Erinnerungen damit. Mit der VHS ist es wie in einer Beziehung: viele schöne Stunden verbringen wir miteinander und stoßen dabei immer wieder auf kleinere und größere Marotten, die wir trotzdem lieben.

Der Bandsalat

Was viele Kinder heute nicht mehr wissen: Bandsalat ist keine italienische Köstlichkeit. Allzu oft mussten wir früher mit ansehen, wie das unheilvolle Wort „ERROR“ auf dem Display des Videorecorders blinkte und das Band, beim Versuch die Kassette aus dem Gerät zu befreien, hängen blieb: der klassische Bandsalat. Lässt sich dieser bei einer Audio-Kassette noch mit einem Bleistift beheben, ist es bei einer VHS schon etwas schwieriger. Wie sie einen Bandsalat und andere Bandfehler reparieren können, lesen Sie hier.

Wussten Sie übrigens, dass das Wort „Bandsalat“ nach der regen Verbreitung von CD und DVD im Jahr 2006 in die Liste der vom Aussterben bedrohten Wörter aufgenommen wurde?

Spulen, spulen, spulen

Wie einfach ist es doch heute mit DVDs. Mit wenigen Knopfdrückern gelangt man direkt zu der Stelle, die man sehen will. Nicht so bei der VHS: da hieß es spulen! Zwar entwickelten sich auch die Videorekorder weiter und boten auch einen schnellen Bildsuchlauf an, doch förderte dies nur die Abnutzung des Magnetbandes und der Mechanik.

Auch ausgeliehene Videos mussten in der Regel nach dem Anschauen zum Anfang zurückgespult werden. Was für ein Aufwand! Und wie groß war das Ärgernis, wenn man dann in der Videothek doch mal eine Kassette erwischt hat, die nicht zurückgespult war.

Aufnehmen und Kopieren – Das braucht Zeit!

Der Lieblingsfilm lief mitten in der Nacht – einfach aufnehmen. Auch ohne Festplattenrekorder war und ist das natürlich auch mit VHS-Kassetten möglich. Das benötigte doch immer einiges an Vorbereitung! Zunächst musste das Band natürlich (siehe oben) zum Anfang gespult werden. Dann durfte man natürlich nicht vergessen, die Aufnahmesperre an der Unterseite der Kassette zu entfernen. Als nächstes hieß es, den Videorekorder zu programmieren. Und da auch das Fernsehprogramm nie zu 100% Verlass hat, hat man am Anfang und Ende noch ein paar Minuten draufgeschlagen. Das sorgte häufig dafür, dass sich noch Fetzten der vorherigen Sendung auf der Aufnahme befanden – von der Werbung zwischendrin ganz zu schweigen.

Auch das Kopieren eines Filmes auf eine andere Kassette nahm einiges an Zeit in Anspruch. Immerhin musste man den ganzen Film 1:1 abspielen. Das hat gedauert!

Abnehmende Qualität

Die analoge Videotechnik beherbergt einigen Probleme: alles voran die ständige Beanspruchung der Mechanik und des Magnetbandes beim Ansehen und Hin- und Herspulen. Über kurz oder lang führt dies zur Verminderung der Bild- und Tonqualität. Farben, Kontraste und Helligkeit lassen irgendwann zu wünschen übrig und nachdem man sich den Lieblingsfilm zum gefühlt hundertsten Mal angesehen hat, wird das Bild allmählich richtig „grisselig“.

Überquellende Regale

DVDs in Slimcases oder Filme sogar völlig platzsparend auf Festplatte oder in der Cloud gespeichert entlastet heute so manches Wohnzimmerregal. Die VHS ist da mit ihren 2cm Dicke schon ein echter Platzfresser. Hat man erst einmal sämtliche Dalles-Folgen und eine Kollektion sämtlicher Star-Trek-Filme angehäuft, ist schnell die ganze Anbauwand voll. So eine stattliche Bibliothek will zudem regelmäßig abgestaubt werden, macht aber dafür optisch wirklich etwas her!

Bei all ihren Marotten gehört die VHS doch immer noch, gerade unter Sammlern und Nostalgikern, zu den beliebtesten Filmmedien. Viele Filmraritäten gibt es zudem gar nicht auf DVD, sondern nur auf VHS. Und schlussendlich sind es doch die vielen kleinen Macken, die wir an der guten alten Videokassette so lieben.