VHS Videos auf dem Mac digitalisieren

von vinett-video Mediaservice

Sie sind Apple-User und wollen Ihre alten VHS-Kassetten digitalisieren? Da es zum Teil gravierende Unterschiede in Hard- und Software zur Digitalisierung unter Windows gibt, finden Sie hier eine Anleitung, wie die Digitalisierung mit dem Mac geht.

Benötigte Hardware und Software

Zunächst benötigen Sie natürlich einen funktionsfähigen VHS-Rekorder (siehe auch Anleitung zur Videodigialisierung). Verfügt dieser nur über einen Scart-Anschluss, benötigen Sie zudem einen Adapter, der die Verbindung mit einem Composite-Kabel ermöglicht.

Sind Sie Besitzer eines schnelleren Mac, können Sie einen handelsüblichen DVB-T/Analog-USB-Adapterk zur Digitalisierung verwenden. Hier ist es wichtig, dass es sich um einen Hybrid-Adapter handelt, da dieser sowohl das digitale Antennenfernsehen DVB-T, als auch das analoge Antennen- bzw. Kabelfernsehen empfängt.

Ist Ihr MAC ein älteres Modell, muss der DVB-T/Analog-USB-Adapter zusätzlich über einen integrierten Hardware-Encoder verfügen. Solch ein Adapter ist bspw. der Video Capture von Elagto. Ähnliche Modelle gibt es auch von Formac oder Pinnacle.

Die meisten Adapter, wie etwa das Modell von Elgato, liefern bereits eine Software zum Digitalisieren mit.

Außerdem sollte der Mac eine ausreichend große und schnelle Festplatte besitzen. Auch bereits komprimierte MPEG2-Videodateien sind oft mehrere Gigabyte groß. Die erforderlichen Speicherkapazitäten der Festplatte hängen also davon ab, wie umfangreich die Videosammlung ist, die digitalisiert werden soll. Bei vielen VHS-Kassetten, die digitalisiert werden, bietet sich eine externe Festplatte mit mind. 500GB.

Vorbereiten der Digitalisierung

Sofern es nicht bereits geschehen ist, spulen Sie die Videos, die Sie digitalisieren möchten, an den Anfang. Dann stecken Sie den Scart-Adapter an den Scart-Anschluss Ihres Rekorders. Diese Adapter gibt es in den Varianten Ausgang (Out), Eingang (In) oder umschaltbar. Zum Digitalisieren benötigen Sie entweder einen umschaltbaren oder einen Ausgang-Adapter. Daran schließen Sie nun den DVB-T/Analog-USB-Adapter entsprechend der Farben der Buchsen (weiß, rot, gelb) an den Scart-Adapter an und verbinden Sie am anderen Ende den USB-Stecker mit dem USB-Anschluss Ihres Mac.

Bei der allerersten Digitalisierung empfiehlt sich vorher ein Testlauf. Legen Sie dazu die Videokassette in den Rekorder und drücken Sie auf Wiedergabe. Öffnen Sie dann das entsprechende Digitalisierungsprogramm auf Ihrem Mac, wählen Sie in den Einstellungen den Composite-Video-Eingang aus und öffnen Sie das Vorschaufenster (bei EyeTV finden Sie dies als „Fernsehfenster“ im Menüpunkt „Ablage.) Dort können Sie nun die Aufnahmen sehen, die auf dem Videorekorder laufen. Sind Bild oder Ton fehlerhaft, überprüfen Sie die Verkabelung noch einmal.

Die Aufnahme

Der Start der Aufnahme erfolgt wie beim Testdurchlauf: legen Sie die Kassette in den Rekorder und starten Sie die Wiedergaben, öffnen Sie das entsprechende Digitalisierungsprogramm, wählen Sie den richtigen Anschluss aus und öffnen Sie das Vorschaufenster. Dann starten Sie die Aufnahme im Digitalisierungsprogramm. Die Videokassette muss in Echtzeit digitalisiert werden, was entsprechend viel Zeit in Anspruch nimmt. Mit einem leistungsfähigen Mac kann jedoch während dessen weitergearbeitet werden. Dabei kann der Ton auch abgestellt werden, ohne dass dies einen Einfluss auf die Aufnahme hat.

Je nachdem welches Programm Sie verwenden, können Sie das Ende der Aufnahme auch programmieren.

Bearbeiten der Aufnahme

Üblicherweise verfügen die gängigen Digitalisierungsprogramme auch über Bearbeitungsfunktionen. Diese beschränken sich meistens auf einfache Korrekturmöglichkeiten, wie Weißabgleich, Aufhellen oder Abdunkeln, Kontrastbearbeitung oder Farbkorrektur. Außerdem können die Aufnahmen damit geschnitten und mit Informationen, wie Aufnahmedatum, Titel und ggf. einer kurzen Beschreibung versehen werden.

Über die Exportfunktion können Sie das Ergebnis der Digitalisierung außerdem in anderen Dateiformaten ausgeben, wie etwa im DV-Format, um den Film mit iMovie bearbeiten und abspielen zu können.

Umfangreichere Programme, wie iMovie, bieten zudem weitere Effektfeatures an, die zum Beispiel alte Filmeffekte imitieren.